Kinder brauchen Spielzeug
Kinder wollen spielen – so oft und so viel es geht, aber auch
so abwechslungsreich wie nur möglich. Für die Eltern und
Verwandten ist es aber gar nicht so leicht, das passende
Geschenk auszuwählen. Denn zum einen möchten sie pädagogisches
Spielzeug verschenken, zum anderen soll es aber auch nicht schon
nach einem Tag nur noch in der Ecke liegen.
Neben all dem High-Tech-Spielzeug, das in den letzten Jahren auf
den Markt gekommen ist, haben sich gerade die Spielsachen
bewährt, die qualitativ zwar immer hochwertiger werden, aber von
ihrer Grundidee her noch genau so einfach gehalten sind, wie in
den Generationen zuvor. Das gilt für Malkästen ebenso wie für
Handpuppen, Kuscheltiere und Bauklötze. Denn Kinder werden mit
Bauchrednerpuppen, Holz-Spielzeug und Co. angeregt, immer wieder
neue Dinge auszuprobieren, sich in Situationen hineinzuversetzen
und dabei gleichzeitig die motorischen Fähigkeiten zu
trainieren.
Kinder schlüpfen unheimlich gerne in andere Rollen – das merkt
man spätestens, wenn man auf Sommerfesten die langen Schlangen
beim Kinderschminken sieht. Sie verwandeln sich dann in
Prinzessinnen, Indianer, Tiger oder Katzen. Dabei sind Kinder in
der Lage – ganz anders als die meisten Erwachsenen – sich völlig
in ihre neue Rolle hineinzubegeben. Gleiches geschieht, wenn sie
mit ihren Handpuppen spielen. Sie werden unverwundbare Helden
oder gemeine Bösewichte, freche Eichhörnchen, schlaue Eisbären
oder alberne Hühner.
Hat die Handpuppe noch dazu ein niedliches Kinder- oder
Tiergesicht, so wird sie von den Kleinen besonders schnell ins
Herz geschlossen. Denn Kinder werden von den großen Augen der
Plüschtiere und ihrem weichem Stoff magisch angezogen. Da für
Kinder jede Handpuppe lebendig ist – ob es sich nun um eine
perfekte Bauchrednerpuppe handelt oder nicht – erkennen sie die
lustigen Spielzeuge mit ihren beweglichen Armen schnell als neue
Freunde an. Sie unterhalten sich ganz unbekümmert mit den
Handpuppen, spielen dabei erlebte Erfahrungen oder ausgedachte
Phantasiegeschichten nach und sehen ihre Handpuppen als völlig
gleichberechtigte Gesprächspartner an. Dass sie sich dabei nicht
mit einer lebendigen Handpuppe, sondern eigentlich mit sich
selber oder der Person unterhalten, die die Handspielpuppe über
ihre Finger gestülpt hat, nehmen sie dabei gar nicht wahr. Auch
das gehört zur gesunden Entwicklung des Kindes dazu. Denn fast
jedes Kind besitzt einen unsichtbaren Freund, ein Haustier oder
eben eine Handpuppe, der es all seine Geheimnisse mit einfachen
Worten anvertrauen kann. Durch dieses Verhalten erklärt sich das
Kind seine Welt auf seine eigene Weise. Genau aus diesem Grund
ist einfaches Spielzeug, das die Phantasie der Kinder anregt,
auch pädagogisch so wertvoll.