Geschichte der Handspielpuppen

Obwohl die Ursprünge von Puppentheatern weitgehend im Dunkeln liegen, vermutet man die ersten Figuren- und Handpuppen-Theater in Persien. Archäologische Funde lassen darauf schließen, dass es die Baurednerpuppen schon in der Antike gab, allerdings wohl eher für religiöse Handlungen, und nicht als Theateraufführung. Marionetten mit ihren beweglichen Körpergliedern muss es auf jeden Fall schon im antiken Griechenland gegeben haben, denn sowohl Aristoteles als auch Platon beschreiben diese an Fäden gezogenen Bauchrednerpuppen in ihren Schriften.

Zwar gehen Historiker davon aus, dass es auch hierzulande schon viel früher Handpuppen, Marionetten und Bauchrednerfiguren gab, doch belegt sind sie erst ab dem Jahr 1160, als sie in einer Enzyklopädie als Zeichnung auftauchen. Daraus lässt sich schon schließen, dass die Handpuppen- und Marionettentheater allgemein bekannt, aber für Gelehrte aus künstlerischer und kultureller Sicht doch eher unbedeutend waren. Hieraus kann man erahnen, dass die Handpuppen-Theater vornehmlich Belustigungen für das „niedere Volk“ waren.

Spätestens ab dem 16. Jahrhundert waren Handpuppen und Theateraufführungen von den Jahrmärkten nicht mehr wegzudenken. In Italien entwickelte sich die Commedia dell’arte, die Berufsschauspielkünstler, die mit ihren Masken-, aber auch mit Puppentheatern durchs Land fuhren, um mythische, später derb-komische Stücke zum Besten zu geben. Viele dieser Wanderbühnen zeigten sowohl Schauspiele als auch Theater mit Handpuppen. Waren die Stücke anfänglich für die erwachsene Bevölkerung gedacht, so gibt es erst etwa seit dem 19. Jahrhundert Handpuppen-Aufführungen, die speziell Kinder ansprechen sollen.

Allerdings kann man davon ausgehen, dass Kinder schon viel früher Handpuppen aus einfachsten Stoffen als Spielzeug für sich entdeckten. So können etwa Strümpfe als sehr primitive Handpuppen herhalten, die Kinder sicherlich auch schon in Zeiten, als es wenig Spielzeug gab, kurzerhand in eine sprechende Bauchrednerpuppe umwandelten. Denn da Kinder sehr phantasievoll und kreativ sind, ist nicht auszuschließen, dass auch schon im Mittelalter die Kleinen, mit über die Hände gestülpten Socken oder Lumpen, selbst erlebte Szenen nachspielten oder Dialoge miteinander hielten – so, wie man es auch heute oft beobachten kann, wenn man seinem Nachwuchs eine oder zwei Handpuppen schenkt.

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